Gibraltar

Sicher haben Sie davon gehört oder waren auch schon einmal dort, auf diesem felsigen Landzipfel im tiefsten Süden Spaniens, der aber seit etlichen Jahrhunderten gar nicht zu Spanien gehört, sondern britische Kronkolonie auf spanischem Boden ist und das ganz und gar nicht zur spanischen Freude. Kurz ein wenig „Schule“: seit 711 maurische Festung, 1462 spanisch, 1704 britisch, seit 1830 Kronkolonie, eine Halbinsel mit einem 425 m hohem Kalkfelsen, etwa 5,8 qkm, gelegen an einer der strategisch wichtigsten Meeresstrassen, zwischen Atlantischem Ozean und Mittelmeer, trennt Europa und Afrika, eine britische Enklave mit einem bunten Völkergemisch aus Gibraltarian-Briten, Spaniern, Marokkanern und Indern und natürlich Touristen auf der Jagd nach zollfreier Ware. Die bekanntesten Bewohner dieses Felsens sind jedoch die Berberaffen, die die Briten im 18.Jahrhundert aus Nordafrika importierten. Es heißt, solange sie auf Gibraltar leben, bleibt „The Rock“ britisch. Als eingebürgerte Spanier wollten unsere Basenjis diese Angelegenheit mal ganz schnell beenden, wir schritten aber ein, wollten wir doch keine internationalen Spannungen herbeiführen. Jetzt werden Sie sich sicher fragen: was haben die denn da unten zu suchen? Na, was denn schon!!!

   Die 16. Int. und Nat. Dog Show des Gibraltar Kennel Club

Mit etwa 700 km Anreise gehörten wir noch zu den sogenannten “Kurzreisenden”. Vorbei an bekannten Orten wie Granada, Malaga, Torremolinos und Marbella erreichten wir La Linea, die kleine, dem Felsen vorgelagerte Grenzstadt.

Die typischen britischen Grenzformalitäten  für Tiere unterblieben zum Glück. Ein Kuriosum: Um nach Gibralter hereinzukommen, muss man die Landebahn des Flughafens überqueren und man kommt direkt in die Stadtmitte. Gut ausgeschildert fanden wir den Ausstellungsort im Hafen am Ende eines Docks.

Katalog holen, schnüffeln, wer von der lästigen Konkurrenz wieder da ist, einen schattigen Platz für die Hunde suchen, alles wie üblich. Hatten wir schon im Hotel die Neufi-Freunde  Merce Pons und Francesco Solana aus Barcelona getroffen, so fielen wir dort über Ana Pena und Enrique Gomez aus Madrid. Enrique ist der Sekretär des spanischen Neufundländerclubs. Aussteller aus fast ganz Europa, Marokko und Israel gaben sich ein „Stell Dich Ein“ An beiden Tagen waren jeweils über 600 Hunde gemeldet.

Am heutigen Samstag wurde nur das GCC – Gibraltar Championship-Anwartschaft wie unser CAC – vergeben. Richter war Mrs. K. Creamer aus Irland, alle Hunde wurden strengstens von ihr begutachtet, offensichtlich besonderen Wert legte sie auf das Gebiss. 6 Rüden und 5 Hündinnen waren in Konkurrenz. BOB wurde der Rüde „Atwater Crazy Diamond Borgoleonardo“, Weltsieger 2001 in Porto von Fernando Gomez/Portugal, Beste Hündin würde „Karazan Night and Day“ von Rita u. Nuno Cavalho, Portugal . Allgemein konnte man sagen, dass heute der klassische, alte Typ zum Zuge kam.

Sonntag: The same procedure again! Heute wurde neben dem GCC auch das CACIB vergeben. Alle Hunde des Vortages traten wieder an – „Atwater Carzy Diamond Borgoleonardo“ startete heute in der Champion-Klasse, da er gestern bereits mit seinem 2. Punkt das Championat erreicht hatte – Richter war heute Herr Semilovic/ Kroatien. Er tendierte mehr zum amerikanischen Typ. Bester Rüde der Offenen Klasse wurde: „Twillin Gate Your Dream“ von Plevoets/Belgien, Beste Hündin wurde „Dhydra di Borgoleonardo“ von Solana/Pons aus Barcelona. BOB wurde „Ch. Atwater Crazy Diamond Borgoleonardo“ von Fernando Gomez/Portugal.

Bei der anwesenden Neufi-Gemeinde war man mit den heutigen Ergebnissen recht zufrieden. Irgend jemand ist natürlich immer enttäuscht, aber dafür gibt`s ja: die nächste Show.

Wir hatten dieses mal keine „Bären“ am Start, da unsere noch in „Badehosen“ rumliefen, aber unsere Basenjis ließen uns nicht im Stich. Unser alter Rüde Bow Akuaba`s Nite Lite – nur für Gibraltar zurückgekehrt aus seinem Rentner-Leben, um`s dem Jungvolk mal wieder so richtig zu zeigen – gewann an beiden Tagen sein GCC  und verließ stolz die Ausstellung als „Gibraltar –Champion“.

Wolken, Nebel, leichter Regen, ein eher britisches denn südeuropäisches Wetter – wir verzichteten auf weiteres Sightseeing und nach einer Ausreisewartezeit von über 1 Stunde befanden wir uns wieder Richtung Norden, Richtung geliebtes Moraira.

Resultat:  eine angenehme Ausstellung an interessantem Ort, für den Süden unfreundliches Wetter, dafür sehr nette Aussteller.

See you again, friends – hasta luego, amigos!

  Ulla und Jürgen Clemens