National USA

Lange geplant, reiste ich am 23.April 2005 mit meinem spanischen Freund Jesus Gomis Escobar und zwei Neufundlaender-Züchter aus Barcelona über Madrid und Chicago nach San Francisco. Hier verbrachten wir drei herrliche, sonnige Tage. Cable Car, Fisherman’s Wharf, Lombard Street, Golden Gate , China Town waren nur einige der unvergesslichen Ziele in dieser Stadt. Ein Ausflug in die nördlichen Berge mit anschließendem Besuch des Künstlerortes Sausalito und  die abschließende Fahrt über den Bay ließen uns dann schweren Herzens Abschied von San Francisco nehmen. 

Am Dienstagabend, den  26.4.2005, begann die Show mit der Vorstellung der

„Top Twenty des Jahres 2004“.

Ein gesellschaftliches Ereignis, in den Räumlichkeiten des Conference-Centers des Hyatt Regency Hotels. Nicht nur unsere geliebten Neufis waren herausgeputzt, auch Frauchen und Herrchen erschienen dem Anlass gerecht in Abendkleidung. Auffallend war, dass ein großer Teil aus dem Zwinger „Pouch Cove’s“ war bzw. einen Elternteil aus diesem Zwinger aufweisen konnte. Mir gefielen diese Dicken mit den etwas knuffeligen Nasen und dem ausgeprägten Stop besonders gut.

Sieger dieser Creme de la Creme war:

Ch .Pouch Cove`s Goliath

Schon jetzt knüpften wir Kontakte zu anderen Neufi-Verrückten, begrüssten jedoch zuvor Diana Price (Kendians) und Dave Helming (Pouch Cove’s), die ich schon persönlich kannte. Jesus Gomis machte mich mit der Familie Salina (Fairwether) bekannt. 

Nicht nur das Hyatt-Regency Golf-Hotel, wo wir übernachteten und feierten, sondern auch der Monterey Fairground, war ein idealer Rahmen für diese Ausstellung. Ein Platz für das Baden der Hunde, die Badewannen der Fa. Booster-Bath standen allen zur Verfügung, war geschaffen worden. Das „Aufpolieren“ erfolgte in einer separaten Halle, sodass keine Hundehaare etc. auf den Gelände herumflogen. Allein die Sauberkeit des Geländes ließ  keine Hundeausstellung vermuten.

Ein saubereren Mobilhome-Parkplatz vor, während und nach der Ausstellung habe ich noch nie gesehen. Daran können wir uns in Europa ein Beispiel nehmen!

Es wurden Kurse über das „Vorführen der Hunde“ und das „Grooming“ angeboten und waren sehr gut besucht. So etwas sollte bei unseren Spezialschauen auch angeboten werden

Mittwoch, es wurde ernst!

Schon morgens um 8,00 Uhr ging es los. Zuerst die Nationalhymne, alles stand still und auch die Hunde schienen so etwas zu kennen (oder waren sie irritiert?). Schnell noch zu Pamela Rubio ( Capriccio’s ), um ihr die vom VND und uns gestifteten Rosetten zu überreichen. Ihr gilt mein besonderer Dank, denn sie hat sich rührend vor und während der Ausstellung um uns gekümmert, keine Frage war störend, nie verlor sie ihre Ruhe.

35 gemeldete Veteranen, es war großartig, diese alten „Säcke“ zu sehen, teilweise recht rüstig, manchmal konnte man auf eine Showvergangenheit schließen. Einige aber mit der richtigen(?) Einstellung: Leck mich .. …..! Zwischenzeitlich war der Wetterfrosch Ruth Landmann eingetroffen, die uns mit den neuesten Vorhersagen von der Wetterstation ihrer Schule überraschte: warm, Sonne, nachts eventuell etwas Regen .Diese Vorhersagen waren besser und genauer als die der öffentlichen Stationen.

Attraktion waren die „Living legends“, alte Showhasen, die auch noch heute eine prima Figur machten., der jüngste 9 Jahre, der älteste 14!!!

101 Neufi waren für die Sweepstakes und Obedience gemeldet, die Mr. Kim Griffith, Mrs. Susan Digiorno, Mrs. S. Fulkerson und Ms. Diane Allen zu richten hatten.

Besonders bei den Jüngsten dieser Klasse musste wir manchmal über deren Spässe lachen, weniger zur Freude ihrer Handler.

Eine alte Dame der Zucht der schwarz/weissen Neufis lernte ich kennen. Mrs. Willmott aus Canada, „Topmast“, die eine kleine, aber feine Zucht auf ihrer Ranch betreibt. Ich kann nicht alle Personen aufzählen, die ich dort traf und kennenlernte. Allein die ausländischen Gäste, sie kamen u.a .aus Spanien, Österreich, Neuseeland, Japan, England, Irland, Ungarn, Dänemark etc., füllten bei dem abschließenden Foto für das NCA-Magazin eine Tribüne. Mit Bela Siklosi war ein weiterer namhafter europäischer Züchter eingetroffen. Vermisst wurde Manlio Massa aus Italien. Auch Mr. Larry  Hansen  aus Phoenix/Arizona, unser letztjähriger Richter in Syrgenstein, war mit Gattin anwesend. Mit beiden hatte ich viele anregende Gespräche.

Wir, Jesus und ich, machten am Nachmittag einen Ausflug, denn es war kein Richten angesagt. Wir fuhren den landschaftlich berühmten 17-Miles-Drive, zur „lonely Pine“, besichtigten Carmel und waren im Nationalpark Point Lobos. Sahen Robben, Seelöwen, Seeotter und Seeadler. Einfach schön, zumal wie gesagt das Wetter mitspielte. Den Abend verbrachten wir in der „Cannary Road“ (Steinbecks: Strasse der Ölsardinen) und der Schlummertrunk fand dann im Hotel statt, dort an der Bar trafen sich fast alle noch mal zu einem „Absacker“.

Am Donnerstag hatte Mrs. May Bernhard 111 gemeldete Rüden in der offenen Klasse zu richten. Teilweise tolle typvolle Kerle, aber auch nicht so gefällige sahen wir. Mir gefielen die teilweise spitzen Schädel nicht, die durch den Haarschnitt kaschiert werden sollten. Auch das Hintergangwerk war manchmal schwach ausgeprägt, ein Zeichen von Zwingerhaltung und wenig Bewegungsfreiheit. Den geraden Rücken vermissten wir öfters. Die Pflege war natürlich unantastbar. Die Richterin hatte aber schnell den Spreu vom Weizen getrennt und wir stimmten mit ihren Platzierungen überein. Trotz einer Mittagpause war alles gegen 15.00 Uhr erledigt.

Auch dieser Nachmittag stand dann im Zeichen des sightseeing. Wir fuhren wieder nach Süden, auf der State 1, dem weltberühmten kalifornischen Teil der „Traumstrasse der Welt“. Ein wirklicher Traum, hinter jeder Kurve ein weiter schöner Blick auf Küste und Pazifik. Über Big Sur erreichten wir Nephete, das ehemalige Privathaus von Orson Welles und Rita Hayworth, heute ein Restaurant, hoch über der Küste, mit einem fantastischem Blick.

Freitag, der 29.April, Ms. Patricia W. Laurans sind 159 Neufundländer-Mädchen zugeordert. Auch hier das fast gleiche Bild wie bei den Rüden, teilweise ein bisschen zarter gebaut. Die Showtypen waren natürlich erkennbar und landeten auf den vorderen Plätzen. Hier fiel mir jedoch besonders auf, dass die schwarz/weissen Neufis doch einen etwas weniger typvollen Kopf aufwiesen. Braun, silber ( vom FCI nicht anerkannt, aber sehr schön), schwarz und schwarz/weiss, alle Farben waren vertreten und fanden auch ihren Anklang.

Als Besichtigung hatten wir uns heute das Bay-Aquarium vorgenommen, eine echte Attraktion. Leider war der weisse Hai schon ausgewildert worden, aber was sonst noch geboten wurde, war wirklich einmalig. Den Abend verbrachten wir am Fisherman’s Wharf, über das Essen und deren Preise möchte ich schweigen, gegenüber den anderen Tagen eine Frechheit. Der übliche abendliche Absacker tröstete uns dann.

Samstag, der letzte Tag in diesem Monat hatte es in sich.. Zwar begann alles etwas später als sonst. Zuerst zog eine Parade- und Flaggeneinheit der Army auf, bei präsentiertem Gewehr sang dann ein Solist die Nationalhymne ohne Musikuntermalung. Dann erschienen die Aspiranten für die „Best in Show“, gestriegelt und herausgeputzt, fast wie ihre Vorführer. Noch einmal wurden alle Register des Vorführens gezogen, ging es um die Wurst. Unter uns haben wir natürlich auch gerichtet und gewettet, wer wird es? Man merkte dem Publikum an, dass hier mit Spannung die Entscheidung erwartet wurde, die bestimmt nicht einfach war.

Richterin war Mrs. Beverly Bonadonna-Vics, die uns mit ihrer Sicherheit beeindruckte

Wir lagen richtig, die Siegerin:

                                   CH. Cypress Bay See Sea Baby

V: CH Pouch Cove’s Goliath - M:CH Darbydale in Style At Cypress Bay
Peggy Lange & Debra Thornton (Züchterin)

Best of Opposite Sex wurde ein dunkelbrauner Bär:

                                     CH. Egebeak`s After Eigth

V: Hannibal Di Borgoleonardo - M: Egebeak`s Vanilla
Züchter: Marianne Baaner - Besitzer: Ochse/DeOpen

Best of Winners:

Seabrook Heirisistible Pouch Cove

V: Ch. Onyxbay Winter Warlock - M: Ch. Seabrook Heirica Pouch Cove
Züchter/Besitzer: Griffin/Helming

Nun war die enorme Spannung vorbei!

Wir gönnten uns noch die letzte Sightseeingtour in die Altstadt von Monterey, die letzten Einkäufe wurden getätigt und dann wurde sich für das Bankett vorbereitet.

Das Bankett fand wieder im Conference-Center des Hyatt-Regency Hotels statt, lief wie üblich ab, gutes Essen, aber nur „Bush-Getränke“ (Wasser und Kaffee).Die Preise wurden verteilt, man nahm Abschied von einander: „see you next year in Cumberland“. Früh am Morgen, gegen 3,30 Uhr ging`s für uns auf den Rückweg zum Flughafen von San Francisco, um unseren langen Flug via New York und Madrid anzutreten. Glücklich, zufrieden und um viele Erfahrungen (positiver und negativer Natur) reicher, landeten wir dann Montagmittag wieder in Valencia.

2006 auf ein Neues -  oder?

Moraira/Spanien

Jürgen Clemens

Fotos:  Ruth Landmann – Jesus Gomis Escobar                                                      

Nachtrag: Alle Nationals werden von einem professionellen Team gefilmt, alle Hunde erscheinen nummeriert mit Eltern-Angabe in allen Bewegungsabläufen – diese Videos sind ein absolutes Muss für Hundefans!

Adresse kann bei uns erfragt werden.                                              

Noch mehr wunderschöne Fotos vom National im Internet unter:

http://members.cruzio.com/~tddynewf/index.html      (link to my pictures)

www.pbase.com/merlem3/nca_national

Hier bitte klicken für wunderschöne Bilder der Show (Teil 1 & 2) + Bilder vom Sightseeing

(C) Pictures by Jesus Gomis Escobar