The  Rocky Mountain Rendezvous

 
Ich war mal wieder weg!  Denn ich wollte: wohin? 

Zum Newfoundland National Specialty 2007, in diesem Jahr in Boulder/Colorado, vom 30.4. bis 6.5. Wer mich kennt, weiß, dass es bei so einer Sache nicht nur bei der Show bleibt. Also flog ich zeitlich früher los. Über Paris und Philadelphia erreichte ich Denver. Die Bezeichnung „Mile High City“(Höhenlage 1.610 m) und dann die Lage in der „Front Range“, vor den schneebedeckte Bergen (bis zu 4.345m hoch), ist beeindruckend.

 Meine Autofahrt führte mich mitten in die Rockies, an der Quelle des Arkansas River vorbei  zum „Black Canyon of the Gunnison“, eine rd. 700m tiefe Schlucht, die an der schmalsten Stelle nur 345m breit ist.. Ein „kleiner“ Grand Canyon. Danach ging es  über Montrose die 550 nach Süden, Wärme  -weit gefehlt- , hinter Ouray erwartete mich der „Red Mountain Pass“, mit 3.360 m schnee-bedeckt und vereist, aber mein Jeep schaffte es. Ich auch, trotzte der Kälte. Ich im Sommerhemd, Jeans und Halbschuhen war eigentlich bestens für einen Kältetod gekleidet. Zum Auftauen hatte ich „Herrn Smirnof„ mitgenommen, auch bekannt unter „Wodka“.

 

In Durango, eine typische Kleinstadt des Südwestens, also mit noch  etwas mexikanischem Flair, wo ich für die Nacht blieb, gönnte ich mir am nächsten Morgen dann eine Zugfahrt, das ist zwar eigentlich eine alltägliche Sache, aber mit Waggons von 1925 und einer Dampflokomotive von 1923 doch ein Erlebnis. . Dieser Schmalspurzug fährt am Animas River entlang in die raue Welt der Rockies. An Steilhängen klebend schnauft er pfeifend (warum, dort in kein Mensch?) das enge Tal in Richtung Silverton herauf. Mit diesem Zug wurden seinerzeit  Bergleute, Material und Vieh zu den Minen gebracht.Wir erreichten Silverton nicht, mussten wegen zuviel Schnee an eine Wendeschleife drehen. Am frühen Nachmittag war ich dann wieder zurück. Anschließend  Kopfwaschen: Kohlenruss in allen Poren.

Noch einige Stunden Autofahrt erwarteten mich. Weiter nach Süden, durch etliche Indianer-Reservate, die natürlich in dem wohl dürresten, ödesten und unwirtlichen Gebiet in diesem Teil des Staates New Mexiko liegen. Einige Kühe, Ölpumpen und Schlangen, aber kaum Menschen. Die Orte, vereinzelte Häuser, Tankstelle und kleinstem Supermarkt. Wenn so etwas ein Staat wäre, könnte die Nationalhymne „Spiel mir das Lied vom Tod“ lauten. Doch bald wurde es zum Glück belebter und dann mein nächstes Ziel: Albuquerque (New Mexiko), eine sehenswerte Stadt, insbesondere Downtown.

Bei meiner Freundin Swechha (geboren in Nepal, zweite Generation in den USA und kennen gelernt im Spanisch-Kurs in Spanien, die Welt wird klein) blieb ich für 2 Tage. Sie hatte am nächsten Tag eine Überraschung für mich.

„The Gathering of Nations“!!! (www.gatheringofnations.com). Das ist das jährliche Zusammentreffen aller Indianerstämme aus USA, Kanada und Alaska, angefangen mit den Arapohoes, Sioux, Pawnees, Navajos, Hopi, Zuni u.v.m. Als ich diese festlich gekleideten Indianer sah, da erschienen mir die Karnevalsumzüge in Deutschland weniger als farblos. Man stelle sich nur vor, in einem Baseballkarree tanzen rd. 2.000 Indianer ihre Originaltänze zu infernalem Trommelgetöse. Zurückschauend war dieses Fest das absolute Highlight auf dieser Reise, trotz geliebter Neufis!

Natürlich kaufte ich Kashinas, Holzpuppen der Pueblo-Indianer (z.B. Hopi), die die Geister der Natur und der Ahnen symbolisieren.

  

Nach zwei Tagen musste ich leider weiter, denn diese Stadt mit ihrem Völkergemisch, wo ich keine Vorurteile gegen andere bemerkte, hat mich doch beeindruckt. Vielleicht lag es auch daran, dass mir keine Bus-Touris über den Weg liefen.

Ich fuhr  über den sogenannten Tourquoise Trail nach Norden, vorbei  am Sandia Peak von dem man einen schönen Blick über Albuquerque und das Hinterland hat. Diverse Minen in denen nach Türkisen gesucht worden war. An beiden Seiten dieses Trails durch eine wilde Gegend, in der auch Büffel gezüchtet werden, lagen noch Hinterlassenschaften der Minenleute. Dann wieder viele Menschen, der Einzugsbereich von Santa Fe, aber ohne Hochhäuser, alles im mexikanischen/indianischen Pueblo -Stil. 

Über Santa Fe (Downtown = Altstadt, wo der nach dem Ort benannte Trail seinerzeit endete) und Taos (Route 66) mit seinem ebenfalls schönen Altstadtteil, erreichte ich Pueblo Taos, das noch heute von Indianern bewohnt wird und das wegen der kulturellen und geschichtlichen Bedeutung auf der Liste des Welterbes der UN steht, ein wunderschöner und beeindruckender  Ort! Auch die Kirche „San Geronimo“, ein großartiges Exemplar des  spanischen Adobe-Baus, ein Stück alter Kultur in diesem so Kultur armen Kontinent und überlebt trotz der heftigen Bemühungen der weißen Zuwanderer.

 

 Weiter ging es nach Norden, durch das San Luis Valley, schneebedeckte Berge erwarteten mich, die „Great Sand Dunes“ sind die höchsten Inlanddünen der USA und da der Sand, durch Bäche hervorgerufen, feucht ist, wird eine Abtragung fast verhindert.

 

 Dass mich  danach an anderer Stelle ein Sandsturm (trockener Sand wehte in Richtung der Dünen) erwartete, war auch mal wieder eine neue Erfahrung. Sicht kaum 60m, knistern am Fenster und Karosserie, ein Erlebnis der unheimlichen Art.

 

Nach einer Übernachtung machte ich mich auf den letzten Teil meiner geplanten Strecke, wollte es bis Boulder rollen lassen. Bei Canyon City besichtigte ich die am höchstgelegene Hängebrücke der Welt.

 Durch einen Gewittersturm, konzentriert auf die richtige Strasse bleibend, erwischte ich  eine Lehmpiste (keine Fahrspuren, lediglich ein Pickup kam mir kurz vor den Ziel entgegen), auf der ging es 36 Meilen nach Cripple Creek, einer ehemaligen (?) Goldgräbersiedlung. Hier, wie überall wo nach Gold gesucht wurde, alte Steinbauten aus der Zeit um 1890+, die Landschaft durchwühlt und noch immer hoffen einige wenige. Über Colorado Springs  ging es dann  nach  Boulder,  eine  schöne  Universitätsstadt, und Treffpunkt des

Dort vor dem Hotel die ersten Probleme. Keine Parkplätze mehr. Aber man ist erfinderisch. In der Halle traf ich meine Tischnachbarn vom letzten Jahr aus Atlanta, 2 Tage Autofahrt entfernt. Bei einem Abendessen wurde dann alles durchgehechelt, da waren am ersten Tag schon die Kataloge ausverkauft etc, etc.

Später gesellte sich dann Klemens Deixler (Österreich / www.newfs.at) noch zu uns, der auch schon so seine Erfahrungen hier gemacht hatte. Vom weitem winkte mir Diane Price und Larry Hansen zu, beides ehemalige Richter in Syrgenstein. Einen kleinen Kulturschock gab`s auch noch: Bier nur aus der Flasche, echte Cowboys trinken nicht aus dem Glas!!

Zum Essen gab es Brötchen oder Kartoffelbrei als Beilage, nicht gerade erhebend und das in einem First Class Hotel (?). Viele Aussteller und Besucher wohnten nicht in diesem Hotel, das diesmal sehr teuer war und angeblich überbelegt..

Am nächsten Morgen ging es mit der Klasse „ Sweepstakes“ los. Richter: Mrs. Jean Cave Pero und Larry Hansen. Ort war der Garten des Hotels, wo ein Parcour abgesteckt war, die Hunde warteten in einem Zelt. Ausserdem stand eine Tennishalle zur Verfügung, falls es zu Regen/Schnee kommen sollte. Dort wurden die zusätzlichen Prüfungen abgehalten, die ich nicht verfolgen konnte. Dieser Tag war nicht einfach für mich, denn ohne Katalog war es fast unmöglich, alles zu verfolgen. 17 Rüden zwischen 6 – 9 Monate alt, 10 Rüden zwischen 9 – 12 Monate, 12 Rüden zwischen 12 und 15 Monate und 10 Rüden zwischen 15 und 18 Monate wurden Mrs. Cave-Pero vorgestellt. Viele dieser Jugendlichen hatten ein erstaunliches Selbstbewusstsein, andere waren verschüchtert, lag aber auch daran, wie sich die Handler anstellten.

In diesen Klassen künftige Sieger herauszufinden ist außerordentlich schwierig. Ich wenigstens wagte keine Prognose.

 Das traf auch auf die jungen Damen zu, die sich Larry Hansen vorstellten. Mit der von ihm bekannten Sicherheit und Entscheidungsfreudigkeit pickte er sich die besten heraus, wobei es ihm immer auf den Hund ankam. Vorgestellt wurden 27 Hündinnen 6 – 9 Monate, 22 Hündinnen 9-12 Monate, 13 Hündinnen 12 – 15 Monate und  11 Hündinnen 15 – 18 Monate.

 Sieger der Sweepstakes:   Tempest’s Kilyka Girl Next Door

Für die Hungrigen von uns stand ein Imbiss im Garten, der Grill machte sich durch großen Qualm bemerkbar, vieles auf der Ausstellung sollte Erinnerungen wachrufen an alte Cowboy-Zeiten

Frau  Cave  Pero  hatten  dann  noch  die  Veteranen  Sweepstakes  mit 10  Rüden  zu  richten,

Larry Hansen hatte dagegen 27 Hündinnen.

Sieger der Veteranen Sweepstakes:  CH  Darbydale’s  You’ve  Got  Male,

ein 8-jähriger Rüde. Ich war hellauf  begeistert von diesem Veteranen.

 

Am Abend wurden dann die „Top Twenty“ vorgestellt. Ich war mehr als enttäuscht, denn einmal waren das nach meiner Ansicht nicht die besten Hunde und ausserdem fehlten außer drei verstorbener Hunde noch weitere. Hier wurde offensichtlich boykotiert, denn die Regularien waren geändert worden und das zu Lasten der wirklich guten Hunde. So waren nur 10 Hunde anwesend und bedingt durch die genannten Umstände wurde die offizielle Nummer 3 als Nummer 1 gefeiert:      CH.  Egebaek’s After Eight,  genannt „Zeus“, ein bekanntermaßen sehr schöner Brauner.

 Neben dem Tenniszelt war das Groomingzelt aufgestellt, in dem die Hobbyfriseure ihrer Arbeit nachgingen. Nach meiner Ansicht war es doch etwas zu dunkel in diesem Zelt. Viele Hunde kamen aber schon so gut gepflegt an, sodass sie nur noch am Transportfahrzeug aufgefrischt werden mussten. Hier traf ich zu meiner Freude David Helming (Pouch Cove) und kurz danach Pamela Rubio (Capriccio).

 Aber auch europäische Züchter waren anwesend, so Fam. Salina, Schweiz (Fairweather), Angel Maestro, Spanien ( Anmalamual), Evi Grosshauser, Deutschland (vom Riesrand) Klemens Deixler , Österreich ( of Apachee’s Home ) u.v.m.

Bedauerlich war, dass wieder nach dem Richten keine Präsentation der ersten 4 stattfand, Versuche dann an dem Fotostand das nachzuholen, wurden seitens des dortigen Fotographen mit sehr harschen Worten verboten, selbst Larry Hansen’s Frau erhielt ein Verbot. Das war schon sehr ärgerlich und frustrierend. Was soll so etwas ? Nur mit einen guten Tele konnte der Mann überlistet werden.

 

 An den nächsten 2 Tagen ging es nun so richtig zur Sache. Mrs. Barbara A. Finch wurden am Donnerstag vorgestellt:  12 Rüden 6-9 Monate,  12 Rüden 9 – 12 Monate, 20 Rüden 12 – 18 Monate die wir fast alle schon in den Sweepstakes gesehen hatten. Des weiteren mussten sie die Klassen Novice, Bred by Exhibitors Dogs, Open Black Dogs, Open Other Than Black Dogs, Veterans 7 – unter 9 Jahre und Veterans 9 Jahre und älter sowie die Working Class richten. Das war Schwerstarbeit, denn insgesamt standen ihr ca.104 Konkurrenten in den verschiedenen Gruppen gegenüber. Je nach Anhängerschaft wurden die einzelnen Hunde mehr oder weniger laut beklatscht. Doch dieser versuchten Beeinflussung schenkte diese konzentriert richtende Dame, wie auch alle anderen Richter, keine Beachtung. Unterbrochen wurde das Richten lediglich durch die Rauchzeichen des Grills.

 Sieger des Tages wurde: Seabrook’s Best Man at Pouch Cove

Ein für mich fantastischer 11 Monate alter Rüde aus der Zucht von Kathy Griffin.

 Ich wollte an diesem Tag noch einen Teil des Rocky Mountains Park besichtigen. Doch am Eingang wurde mitgeteilt, dass dieser aufgrund der Schneelage bis voraussichtlich Anfang Juni gesperrt sei. Ja, die Flachlandtiroler! Diesen Tag beendete ich mit einem richtig guten, großen Steak  und einem guten Glas Bier von Coors ( dt . Einwanderer). 

Freitag nahm sich dann Herr Norman A. Belanger , ein humorvoller, aber genauer Richter den Damen an. Er hat ca.136 Hündinnen zu richten und bei dieser Menge durfte es keine Störungen und Zeitvergeudung geben. Dennoch wurde jeder Hund exakt gerichtet.

Sieger des Tages wurde:         Spillway  Beary  Pouch  Cove

Eine beeindruckende Hündin,  Besitzer:  Kathy  Griffin  und  Peggy  Helming

 Da auch im Tenniszelt gerichtet wurde, kann ich leider nicht zu allen Klassen Stellung nehmen. Wer mehr darüber wissen möchte, der kann die am Ende angegebenen Web-site aufsuchen.

Es fing an zu regnen, die Schneegrenze sank auf 1.9oo m, nasskalt.

 Samstag zogen wir um in das Tenniszelt, denn das Wetter ließ weitere ausgiebige Regenschauer erwarten.

 Die Best of Breed or Variety-Group mit insgesamt 94 Hunden musste noch von Mrs. Judith A.Goodin gerichtet werden, in dieser Gruppe waren für mich die absoluten Spitzehunde vertreten, eine Aufteilung in Gruppen musste vorgenommen werden.

         Doch dann kam der grosse Augenblick, rund 50 Hunde bewarben sich um die Titel BOB und BOS sowie den Best of Winners. Auch hier mussten Gruppen geschaffen werden und es war für den Richter bestimmt nicht einfach aus all diesen schönen Neufundländern den oder die schönste herauszufinden. Aber die Lösung wurde gefunden:

             

Best of Breed: CH Sunvalley Petitions Pouch Cove (m)

Züchter: Lou Ann Lenner

Besitzer: Kathy  Griffin  und  Peggy  Helming

                     

BOS: CH Bear Trax Midnite Report   (f)

Züchter: Gail u. Russ Paceley

Besitzer: Jan Boggio       

 

Best of winners: Spillway Baery Pouch Cove  (f)

Züchter: Ph .Welch u. P. Helming

Besitzer: Kathy Griffin und Peggy Helming

  

Nun war die Spannung heraus, mir schien , als wären alle mit dem Ergebnis recht zufrieden. 

Das abendliche Bankett wurde in dem Tenniszelt abgehalten, einige Teilnehmer erschienen in Westernkluft, die Richter mussten  ihre Dankesreden halten, den ausländischen Besuchern wurde nach Ländern aufgeteilt ( z.B. Australien, Schottland, Spanien.) für ihren Besuch  gedankt, andere Aussteller waren dagegen schon abgereist. Dieser Teil der Ausstellung war nach 2 Stunden abgeschlossen.

 Nach 4 Stunden Schlaf, ging es für mich zum Flughafen und über Philadelphia und Paris erreichte ich dann am nächsten Tag Valencia.

  Zu Hause wurde ich dann von meinen Hunden so begrüsst, beschnüffelt und abgeleckt, als wäre ich wochenlang weggewesen. Ich hatte sie auch vermisst.

  Moraira, Mai 2007 - Juergen Clemens